Sonntag, 25.09.2016

Herbstliches Schönwetter und der kürzlich begangene 80. Geburtstag meiner Mutter Anna führen die Jubilarin, Reinhard und mich zu einem Ausflug in die benachbarte Schweiz, genauer in die Region Grabserberg zum Gamperfiner Moor und Voralpsee.

Der SFR 7,- teure Parkschein für die neun ausgeschilderten, durchnummerierten Privatparkplätze entlang der teils sehr schmalen Bergstraße kann lediglich an zwei Positionen gelöst werden: bei Grabs/Hof am Straßenrand und beim Parkplatz Nr. 5. Für Wiederholungstäter – sprich Dauergäste, Einwohner etc. – gibt’s Jahresbillets oder ähnliche Vergünstigungen.

Der leichte Rheintaldunst erfährt während der Fahrt auf gut 1.200 Höhenmeter eine stetige Ausdünnung, die Sichtbedingungen bessern sich augenscheinlich. Da der Parkplatz beim Berggasthaus Voralp ausschließlich für dessen Gäste reserviert ist, wählen wir den nur wenige Schritte entfernt und etwas höher gelegenen Parkplatz Nr. 6. Ums Berggasthaus selbst liegt noch Stille. Über dem dunkel in der Tiefe schlummernden, von schattig wuchtigen Bergwänden eingefassten Voralpsee ziehen kalte, sich allmählich verflüchtigende Nebelfetzen. Unsere Jubilarin entscheidet sich daher für den etwa 7 km langen, sonnig-warmen Gamperfiner Moor-Rundwanderweg.

Nach ein paar kurzen Irrungen und Wirrung bezüglich des Weges, beschreiten wir nach einer Mittagsjause den beinahe flauschigen, teils mit Brettern ausstaffierten Pfad durchs Moor, welches sich auf einer Art Hochplateau an die sanften, weitläufigen Bergwelthänge schmiegt. Die milde Sonne webt aus braun gefärbten Gräsern und den von sattem Azur umsäumten, dunkelgrünen Nadelbäumen im silbergrauen Rindenkleid ein von kernigem Waldduft durchtränktes, herbstlich anmutendes Bild. Da ein Ameisenhaufen, dort eine Eidechse, Vogelgezwitscher, Grillengezirpe – und Stille.

Auf dem Kiesweg zwischen „Herti“ und „Ölberg“ eröffnet sich ein beeindruckender Panoramablick vom Alpstein (Altmann) über den Hohen Kasten ins Rheintal. Quellwolken über den Bergkämmen zeugen von einer labiler werdenden Luftschichtung. Weiter auf dem Weg, erfahren in dichteren Waldzonen gegenlichtgeküsste Pflanzen kurzweilige, optische Aufwertungen.

Die Alpwirtschaft am Ölberg lassen wir rechts liegen und nehmen bei der Tafel „Lochgatter“ die über kuhfladengepflasterte Wiesen führende, ausgeschilderte Abkürzung in Richtung Voralp zum Skihaus Gamperfin, um letztendlich an den Ausgangspunkt der Wanderung – dem Berggasthaus Voralp – zurückzukehren.

Trotz inzwischen diffuserer Sicht und vermehrter Wolkenbildung, steigen wir noch über Mutterkuh-Weiden hinab zum Voralpsee, begleitet von wohlklingenden Tönen aus Carbon(!)-Alphörnern mit Teleskop-Mechanik.

Es wird kühler. Gelegenheit für ein warmes Getränk auf der leerer werdenden Terrasse des Berggasthauses, vor Antritt der zufriedenen Heimfahrt ins Vorarlberger Rheintal.


Anreise
Rheintal (A) - Feldkirch (A) - Bendern (FL) - Gams (CH) - Grabs (CH) - Grabserberg (CH) - Voralpsee (CH)

Rückfahrt
Voralpsee (CH) - Grabserberg (CH) - Grabs (CH) - Buchs (CH) - Schaan (FL) - Nendeln (FL) - Feldkirch (A) - Rheintal (A)

Teilnehmer
Anna, Reinhard & Silvia

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