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Sucht

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Definition

"Das ist es, wonach wir ständig streben: Harmonie, Geborgenheit, Lust, Liebe und Glück. Wenn die Sehnsucht des Menschen nach diesen Urbedürfnissen entgleitet, wenn er immer mehr davon haben will und keine Grenzen mehr kennt, entsteht Sucht. Süchtig zu sein heißt, niemals genug zu kriegen, nie zufrieden zu sein und für wenige Stunden des Wohlbefindens den Preis zunehmender Unfreiheit zu bezahlen."

"In jedem Menschen ist das Gute und das Böse vorhanden und je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen kann es sich in der einen oder anderen Form manifestieren. Sofern psychische Krankheiten keine Rolle spielen, muss der Mensch die Fähigkeit zur Spaltung in ganz gut und ganz böse, in normal und abnorm besitzen und imstande sein, mit diesem unmittelbaren Nebeneinander zu leben."

"Süchtigkeit ist eine narzisstische Störung (*). In der Krankheit des Nicht-genug-Kriegens und des Nicht-aufhören-Könnens zeigen sich narzisstische Gier und Unersättlichkeit. Für den Süchtigen sind nur sein Verlangen und seine Befriedigung im Rausch entscheidend, Bedürfnisse, welche er über alle anderen stellt und rücksichtslos durchsetzt. In der Sucht geht das Einfühlungsvermögen für andere, besonders für die Angehörigen, verloren. Deren Sorgen werden verdrängt, ihre Bedürfnisse kaum zur Kenntnis genommen, ihr Leiden wird bagatellisiert. Viele Süchtige privilegieren sich und ihre Mitkonsumenten gegenüber der langweiligen, spießigen Welt. Diese wird oft verachtet und in vielen Fällen bekämpft. Damit zeigen sich in der Sucht drei wesentliche Elemente des Narzissmus: Egoismus, Empathiemangel und die Entwertung anderer."

"Wenn wir uns berauschen, versetzen wir uns meist in einen Zustand der Euphorie, des gesteigerten Selbstwertes und des Gefühls der Überlegenheit. Der Rausch vermittelt je nach Stadium zahlreiche narzisstische Gefühle. Er gibt Mut und Selbstvertrauen, er bricht Selbstkontrolle und Kommunikationsbarrieren, er erfüllt uns den Traum der eigenen Größe. Nicht zufällig sprechen wir vom 'Glücksrausch' oder umgekehrt von der 'Trunkenheit vor Glück'. Der Rausch erfüllt narzisstische Bedürfnisse und ermöglicht uns, viele narzisstische Strebungen auszuleben. Er macht uns überlegen, stark, frei, froh und fast immer großartig."

(*) Nur beim Zusammentreffen folgender Komponenten, die unterschiedlich gewichtet sein können, ist das Störungsbild des Narzissmus gegeben: Egozentrizität - Empfindlichkeit - Empathiemangel - Entwertung. Die Behandlung einer derartigen Störung macht erst dann Sinn, wenn jemand darunter leidet, sei es der Betroffene oder seine Mitmenschen.

Infos

Sucht - Ein Überblick [160 KB] - nach Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller
Sucht - Wussten Sie, dass... [121 KB] - nach Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller
Was Suchtkranke suchen
Dr. Helmut Zingerle (Psychotherapeut und Gesundheitspsychologe) und Prof. Dr. Reinhard Haller (Psychiater, Psychotherapeut, Neurologe).
Don't smoke
Eine Initiative gegen das (Passiv-)Rauchen; Krebshilfe.
API
Anton Proksch Institut, größte Suchtklinik Europas (Klinikum, Akademie, Forschung)

Zürich Junkietown

Bücher


(Un)Glück der Sucht - Wie Sie Ihre Abhängigkeit besiegen

Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller
Ecowin Verlag GmbH, Salzburg, 2007
ISBN: 978-3-902404-48-0

Reinhard Haller ist Psychiater und Psychotherapeut. Seit 1983 ist er Chefarzt des Krankenhauses Maria Ebene, eines Behandlungszentrums für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige in Vorarlberg (A). Er leitet mehrere Beratungs- und Präventionsstellen sowie ein Suchtforschungsinstitut. Seit 1983 ist er als psychiatrischer Sachverständiger an verschiedenen in- und ausländischen Gerichtshöfen tätig und verfasste u. a. Gutachten in den Fällen des Sexualmörders Jack Unterweger und des "Bombenhirns" Franz Fuchs. Als Vorsitzender der Kriminologischen Gesellschaft, der wissenschaftlichen Vereinigung deutscher, österreichischer und schweizerischer Kriminologen, hat er sich besonders mit dem Bereich der Alkohol- und Drogenkriminalität befasst. Reinhard Haller verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, vor allem zu den Themen psychische Störungen und Suizid.

Das ganz normale Böse
Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller
Ecowin Verlag GmbH, Salzburg, 2009
ISBN: 978-3-902404-80-0

Hier richtet Reinhard Haller seinen Blick auf den Sitz des Bösen im Gehirn, auf krankhafte Entwicklungen und Störungen, auf die Urkraft von Emotionen und Affekten, auf die Bedeutung der Erziehung und den Einfluss von Gruppen. Er analysiert die zum Bösen desponierende Persönlichkeit, beschreibt soziale Konflikte, in denen sich die destruktive Potenz des Bösen entzündet, und versucht, durch Beschreibung jener Faktoren, die zu jeder Zeit und in jeder Kultur als verwerflich gelten, den Code des Bösen zu knacken.

Die Narzissmusfalle
Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller
Ecowin Verlag GmbH, Salzburg, 2013
ISBN: 978-3-7110-0037-8

Warum macht er das? Wie meint sie das? Glauben Sie wirklich, dass Sie das Verhalten von Menschen durchschauen können? Oder fragen Sie sich auch manchmal, was Menschen dazu treibt, eine Bühne zu betreten, Höchstleistungen zu vollbringen, vor Wut zu erblinden, um Aufmerksamkeit zu betteln, unerbittlich zu schweigen, sich gekränkt und beleidigt abzuwenden oder manipulativ die Fäden aus dem Hintergrund zu ziehen? Im rechten Maß unerlässlich für die Entwicklung eines gesunden Selbstwerts, für Leistung und Kreativität, bildet der Narzissmus im Übermaß die Basis von Kränkungen, Neurosen, Gier und Konflikten. Der Narzisst ist nicht nur der, der Erfolge feiert und Lob wie die Luft zum Atmen braucht, sondern auch der anstrengende Energiesauger, der stille Leider, im schlimmsten Fall der Psychopath. Wie erkennt man Narzissten, was sind ihre Motive und wie kann man sich vor ihnen schützen? Dieses Buch gibt Antworten darauf.